Heute ist der




Harsewinkel:
 
 

Die Geschichte

geschichtliches aus der RegionIn einer Heberolle des nahe gelegenen Klosters Freckenhorst aus der Zeit um 1090 wird zum ersten Male der Ortsname Harsewinkel erwähnt. Archäologische Funde weisen aber darauf hin, dass die Besiedlung des Gebietes von Harsewinkel zurückreicht bis in die Bronzezeit.

Das wichtigste Ereignis des Mittelalters für den Raum Harsewinkel war die Gründung des Zisterziensterklosters Marienfeld durch den Münsteraner Bischof Hermann II. und mehrere westfälische Adelige. Noch heute ist die 1222 geweihte spätromanische Klosterkirche ein weithin sichtbares Dokument der Baukunst der Mönche. Dem Kloster gelang es recht schnell, zum Grund und Boden, mit dem es von seinen Gründern ausgestattet worden war, weitere Höfe in seinen Besitz zu nehmen. So waren am Ende des Spätmittelalters fast alle Bauernhöfe im Gebiet der heutigen Stadt Harsewinkel der Marienfelder Abtei eigenhörig.

Diese bestimmte auch das geistliche Leben: Nicht nur der Pfarrdechant in Harsewinkel, sondern auch der Pfarrer der 1250 gegründete Pfarrei Greffen wurde vom Kloster ernannt. Seit dem 16. Jahrhundert bis zur Auflösung des Klosters waren es zumeist Mönche, die in Harsewinkel und Greffen das Amt des Seelsorgers ausübten.

Auch die kleine ackerbürgerliche und handwerkliche Siedlung Harsewinkel blieb vom Kloster Marienfeld abhängig. Zwar besaßen die Harsewinkeler seit 1592 das Recht, zweimal im Jahr einen Markt abzuhalten. Aber ihr kleines Wigbold (=Weichbild) entwickelte nicht einmal in Ansätzen städtische Rechte. Erst 1770, nach Jahrzehnte langen Auseinandersetzungen, wurden die Einwohner von Harsewinkel aus der Eigenhörigkeit des Klosters entlassen.

Das Jahr 1803 brachte zwei tiefe Einschnitte mit sich: Das Fürstbistum Münster, zu dessen Gebiet Harsewinkel bisher gehört hatte, wurde in das Königreich Preußen eingegliedert. Neuer Landesherr der katholischen Harsewinkeler war der evangelische preußische König. In diesem Jahr wurde außerdem nach über 600 Jahren mönischem Leben das Kloster Marienfeld durch die neuen Landesherren säkularisiert und in eine Staatsdomäne umgewandelt.

Harsewinkel von 1806 bis 1814 zu dem von Napoleon gegründeten Großherzogtum Berg gehörig war in preußischer Zeit eine eigene Bürgermeisterei, zu der Harsewinkel, Marienfeld und seit 1820 auch Greffen gehörten. Von 1841 an waren diese drei Ortschaften selbständige Gemeinden im Amtsverband Harsewinkel.

Im 19. Jahrhundert lag Harsewinkel für lange Zeit abseits der großen Verkehrsverbindungen. Hinzu kam, dass der traditionelle Handel mit Garn und die Verarbeitung von Flachs und Hanf in der ersten Jahrhunderthälfte zusammenbrachen. Eine lange wirtschaftliche Stagnation, verbunden mit einem Rückgang der Bevölkerung durch Wegzug in die Industriegebiete und durch Auswanderung, war die Folge.

Besserung sollte erst eintreten, nachdem Harsewinkel seit 1883 mit Warendorf und Gütersloh durch gepflasterte Straßen verbunden worden war. 1900 folgte schließlich durch die Teutoburger Wald Eisenbahn auch ein Anschluß an das Eisenbahnnetz. Dadurch verbesserten sich für die Landwirte die Möglichkeiten, ihre Produkte nach außerhalb zu verkaufen und zugleich den dringend benötigten Kunstdünger und das Futtergetreide heranzuschaffen.

Von einer industriellen Entwicklung konnte aber, trotz einiger Fleisch verarbeitender Firmen, noch keine Rede sein. Diese begann erst, nachdem sich 1919 der Landmaschinenhersteller Gebrüder Claas in Harsewinkel niedergelassen hatte. Die anfänglich noch handwerkliche Firma entwickelte sich in wenigen Jahren zu einem industriellen Betrieb mit mehreren 100 Beschäftigten und wachsendem Flächenbedarf.

Nach dem 2. Weltkrieg setzte sich die in den 1920-er Jahren begonnene Entwicklung dynamisch fort. Die Einwohnerzahl von Harsewinkel stieg bedingt durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen stark an. Zum Landmaschinenhersteller Gebr. Claas kamen in allen drei Ortsteilen weitere Industriebetriebe hinzu, so dass sich Harsewinkel mehr und mehr zu einem attraktiven Standort entwickelte, der die Vorteile einer guten Infrastruktur mit den Vorzügen der ländlichen Umgebung verbindet.

Heute ist Harsewinkel, das seit 1973 mit den drei Stadtteilen Harsewinkel, Greffen und Marienfeld eine Stadt bildet, Lebensmittelpunkt für fast 24.000 Menschen.

Quelle: Stadt Harsewinkel

 
[Borgholzhausen/Gütersloh/Halle i.W./Harsewinkel/Herzebrock-Clarholz/Langenberg/Rheda-Wiedenbrück/Rietberg/Schloß Holte-Stukenbrock/Steinhagen/Verl/Versmold/Werther]

   © copyright & sponsored by SchulzeOnlineService